Unter dem Begriff Big Data kann einerseits große und schnell wachsende Datenmenge verstanden werden, andererseits leistungsstarke IT-Lösungen und Systeme. Doch wo kommt sie auch im Alltag konkret zum Tragen?

In der Anwalterei wird täglich mit großen Datenmengen hantiert, sei dies bei der Recherche oder zum Beispiel Due Diligence Angelegenheiten. Aber die manchmal schier unendlichen Datenmengen müssen nicht nur Nachteile für den Juristen bedeuten. In Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (A.I. Blogpost) setzt sich Predicitve Analytics mit der wahrscheinlichen Zukunft und Trends auseinander. Predictive Analytics ist eine Teilmenge von Business Intelligence (BI) und Business Analytics (BA). Mit Auswertungen helfen BI und BA bessere operative oder strategische Entscheidungen zu treffen. Predictive Analytics nutzt zudem Text-Mining, auf Algorithmen basierende Analyseverfahren, um aus nichtstrukturierten Textdaten (Big Data) Strukturen herauszufinden.

Das Reifegradmodell von Gartner bietet Orientierungspunkte bei der Einordnung von Predicitve Analytics. Es unterteilt in vier Stufen:

  1. Descriptive Analytics (was ist passiert)
  2. Diagnostic Analytics (warum ist es passiert)
  3. Predictive Analytics (was wird passieren)
  4. Prescriptive Analytics (was muss getan werden um ein Ereignis (nicht) herbeizuführen)

Es handelt sich hierbei um einen kontinuierlichen, iterativen Prozess. Durch den fortschreitenden Einsatz der Modelle werden diese weiter verbessert und angepasst und somit auch die Vorhersagen immer präziser.

Predicitve Analytics wird in vielen Bereichen bereits eingesetzt wie zum Beispiel im Sicherheitsbereich, in der Bank-Branche oder in der Industrie. Aber auch im Rechtsbereich ist Wachstumspotenzial zu erkennen, weil den Anwälten hier statistische Werte gegebenen werden, um etwa die Risiken eines Rechtsstreits besser abschätzen zu können. Ein konkretes Beispiel der Nutzung von Predicitve Analytics bietet die Firma Lex Machina. Sie macht Vorhersagen in verschiedenen Rechtsbereichen basierend auf historischen Rechtsfällen und dem Versuch bestimmte Muster darin erkennen zu können. Resultieren soll dies in einem korrekteren Ergebnis bei der Vorhersage des Ausgangs eines aktuellen Rechtsfalles. Ähnlich auch die Firma LexPredict.

In den USA, (nachzulesen z.B. in der New York Times), wird Software bereits eingesetzt, mit deren Hilfe sich bei Straftätern ein Wahrscheinlichkeitswert für einen Rückfall errechnen lässt. In wieweit Algorithmen entscheiden sollten, ob ein Angeklagter ins Gefängnis muss wird hier genauer diskutiert. In Folge regt dies vielleicht auch an, um darüber nachzudenken, welche Auswirkungen Legal Tech und Predicitve Analytics auf den Rechtsmarkt haben können.

Gerne hören wir in den Kommentaren dazu auch Ihre Meinung.

Ihr Future-Law Team,

Sophie Martinetz & Sophie Werner

Sophie MartinetzSophie Werner