Wie entsteht ein Legal Chatbot?
Heute ein konkretes Beispiel für die Entwicklung eines Legal Chatbots. Im Interview mit Mag. RA Michael Lanzinger, welcher an einem Legalbot für Verkehrsunfälle arbeitet, erzählt er über die Produktionsprozesse, die Schnittstelle Recht und Technik und noch vieles mehr. 

Herr Mag. Lanzinger first things first: Wie kam es zu der Idee dieses Legal Tools und was war der Produktionsprozess dazu? 

A: Der Legalbot basiert auf einer Idee von Herrn Philipp Moser (nutseo) und mir im Zusammenspiel mit drei ehemaligen Schülern, die ein Praktikum für Ihre Matura am Linzer Technikum gesucht haben. So ist es wesentlich Herrn Feldmayer, Herrn Peirlberger und Herrn Rusbekshofer zu verdanken, dass der Legalbot technisch bereits umgesetzt ist und primär noch auf seine Textbefüllung und Finalisierung durch mich wartet. Die drei Herren haben definitiv „über die Diplomarbeit hinaus“ hier gearbeitet und durch ihre Kreativität ein für mich spannendes Produkt kreiert. Von meiner Seite kam hier lediglich die Grundvorstellung und der rechtliche Input sowie werden noch die konkreten Fragen und Informationstexte verfasst werden. Herr Philipp Moser wird sich dann, da er auch meinen Webauftritt betreut, um den Launch kümmern.

Warum ein Legalbot für Verkehrsunfälle, was waren ihre Beweggründe Ihren Fokus darauf zusetzen? 

A: Mein Beweggrund für die Schaffung eines Legalbot für Verkehrsunfälle kommt daher, da ich während meiner Ausbildung als Konzipient viele Verkehrsunfälle bearbeitet habe und der Ansicht bin, dass es hier mit den entsprechenden Fragen möglich ist, die wesentlichen Informationen von potentiellen Mandanten sofort zu erhalten. Dies soll nicht die individuelle Betreuung ersetzen, sondern vielmehr ergänzen. Ich denke, dass dann auch die „Einstiegshürde“, also „dass man zum Anwalt geht“ gesenkt werden kann. Insbesondere ist hier relevant, dass vorab mit einem Mandanten kommuniziert werden kann, ob er für die Angelegenheit über eine Rechtschutzdeckung verfügt.

Hatten Sie Probleme/positive Erfahrungen mit der Schnittstelle Recht und Technik? 

A: Generell und nicht nur auf den Legalbot bezogen, habe ich sehr viele positive Erfahrungen mit der Schnittstelle Recht und Technik, da ich immer bemüht bin, neue Technologien und Gadgets in meiner Kanzlei zum Einsatz zu bringen. So bin ich etwa dazu übergegangen, auf einem Tablet (Remarkable) anstatt einem Notizblock zu schreiben und habe nunmehr seit Beginn 2019 auch das TimeTracking-Device ZEI von dem Grazer Startup  Timeular in Verwendung.

Kein Anwalt kann rund um die Uhr verfügbar sein. Legal Chatbots dagegen schon. Mit Legal Chatbots können die Anwaltskanzleien die Mandantenkommunikation vereinfachen— und das ganze automatisch. Wie glauben Sie wird der Legal Chatbot zukünftig die Arbeit von Anwälten beeinflussen? 

A: Legalbot, der im Rahmen des von mir durchgeführten Projektes kreiert wurde, ist zwar derzeit auf Verkehrsunfälle ausgelegt, kann aber durch die gute Umsetzung der Macher, auch auf andere Rechtsgebiete übertragen werden. Hier hoffe ich, in Zukunft mit dem Legalbot weitere Rechtsgebiete erschließen zu können, um zukünftige und bestehende Mandate noch besser betreuen zu können. Im Übrigen habe ich seit Ende des Jahres 2018 auch ein weiteres Projekt im Bereich Legaltech in Zusammenarbeit mit zwei Experten aus den Bereichen Marketing und IT in Vorbereitung, wobei ich hoffe, dass dies bis Mitte 2019 ebenfalls online sein wird.„

Der Legalbot“ ist derzeit noch nicht fertiggestellt, wobei die Fertigstellung und der Launch zeitnah geplant sind.

Danke Herr Lanzinger, dass Sie sich Zeit genommen und Ihre Experteninsights mit uns geteilt haben.

Ihr Future-Law Team,

Sophie Martinetz & Sophie Werner

Sophie Martinetz