Focus Künstliche Intelligenz und e-discovery: „Man verblödet eine KI auch recht schnell“

Benjamin Weissmann, Partner EY Österreich Forensic & Integrity Services zu Gast beim Future-Law Meetup „Recht meets Technik“ hosted by IBM, erklärte die Abläufe und Herausforderung aus der Welt der Forensik und e-Discovery, der wohl etabliertesten Legal Tech Anwendung, anhand von anschaulichen Beispielen.

Benjamin Weissmann gab einen Überblick: was ist e-Discovery? Wie wird künstliche Intelligenz eingesetzt, was bringt die Zukunft? Als e-Discovery (Electronic Discovery) werden Vorgehensweisen bezeichnet, bei denen Daten lokalisiert, gesichert und durchsucht werden, um diese als Beweismittel in zivil- oder strafrechtlichen Verfahren verwenden zu können. Welche Standards werden verwendet? E-Discovery setzt auf das Electronic Discovery Reference Model (www.edrm.net) und dessen Ablauf.
Ursprünglich kommt es aus dem amerikanischen Zivilrecht, wo Beweismittel vorab mit dem Gegner ausgetauscht und auf den Tisch gelegt werden müssen und daher entsprechend stichfest sein müssen.

Benjamin Weissmann (EY)

Benjamin Weissmann (EY)

Der Anwendungsfall in Europa liegt vor allem bei der Analyse großer Datenmengen, sowie bei Legal Due Dilligence oder der Vertragsanalyse. Die stetig anwachsenden Datenmengen sind ein Hauptgrund für den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Unterstützung des linearen Dokumentenreviews. Jedoch ist hier auch Vorsicht geboten, wird die KI fehlerhaft oder nur lückenhaft trainiert wird auch das Ergebnis entsprechend negativ beeinflusst.
Anschließend wurde noch das Thema Cloud im Zusammenhang mit e-Discovery Untersuchungen intensiv diskutiert.