Anwälte werden tendenziell gerne in Schubladen gesteckt, obwohl die stigmatisierten Images oft gar nicht zutreffen. Mit neuen Ansätzen wagen sich teils disruptive Legal Tech Start-Ups auf den Markt und obwohl wir niemand in eine Box stecken wollen, kann eine gewisse Kategorisierung in diesem boomenden Feld vielleicht ganz hilfreich sein ;).

Der Online-Datenbank CodeX – The Stanford Center for Legal Informatics zufolge, versuchen gerade über 700 Legal Tech Start-Ups den Markt aufzumischen. Große Legal Tech hubs bildeten sich vor allem im Silicon Valley, New York, Toronto und London, welche ständig ergänzt werden, nicht zuletzt von tech-versierten Orten Australien, Deutschland, Schweden, Finnland, Estland und Asien.

Generell ist zu sagen, dass die Legal Tech Landschaft sehr fragmentiert ist, zurückzuführen darauf, dass die Produkte verschiedene geographische Standpunkte und somit Jurisdiktionen oder aber auch verschiedene Endverbraucher ansprechen soll. Als Resultat ist die Klassifizierung der Legal Tech Lösungen noch nicht standardisiert wie auch auf folgenden Grafiken erkenntlich.

Eine grobe Unterteilung kann in drei Gruppen geschehen.
Prinzipiell kann eine erste Unterscheidung aufgrund von länderspezifischer Jurisdiktion gemacht werden, welche die Legal Tech Start-Ups in geographische Operationsräume unterteilen.

Zweitens kann danach differenziert werden, auf welchen Endverbraucher das Produkt abgestimmt ist. Hierbei lässt sich weiters unterteilen in Anwalt-zu-Anwalt (Lawyer-to-Lawyer/L2L), Anwalt-zu-Unternehmen (Lawyer-to-Business/L2B) oder Anwalt-zu-Konsument (Lawyer-to-consumer/L2C).

Drittens zeigt die Studie “How Legal Technology Will Change the Business of Law” von der Boston Consulting Group und der Bucerius Law School (Veith et al., 2016) eine fundamentale Differenzierung zwischen der technischen Komplexität und der praktischen Anwendbarkeit von Legal Tech Lösungen. Daraus folgt, dass in drei weitere technologische Lösungskategorien unterteilt werden kann:

Technology Solution Categories

 

  1. Enabler technologies: ermöglichen die Digitalisierung von legal data
  2. Support-process solutions: bringen neue Effizienz in Fall-Management und ‚back-office‘ Arbeit
  3. Substantive law solutions: unterstützen oder ersetzen Anwälte in der Ausführung juristischer Basistätigkeiten, wie Prozessführung.

Die Legal Tech Start-Ups, welche diese legal technologies kreieren und zur Verfügung stellen können in noch spezifischere Gruppen eingeordnet werden, je nach Art des Service ,den sie bieten beziehungsweise Anwendung.

Mehr dazu aber erst im nächsten Post.

Ihr Future-Law Team,

Sophie Martinetz & Sophie Werner